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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

Förderkreis Hessen-Pfalz
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Segensreich investieren seit 40 Jahren

Segensreich investieren seit 40 Jahren

Thomas Schneider - Michael Arndt - Christian Alberth10. Oktober 2019

1979 wurde der Oikocredit Förderkreis Hessen-Pfalz gegründet. Heute, 40 Jahre später, hat der Verein mehr als 2000 Mitglieder und investiert 32 Millionen Euro in faire Entwicklungsprojekte. Ein Grund zum Feiern.

Es ist nur ein kleiner roter Behälter mit einem metallenen Topf darüber. Doch das Gerät – es heißt Mimimoto – soll helfen, das Leben von Menschen in Ruanda zu verbessern. Umweltfreundlich und kostensparend sei der in den Niederlanden entwickelte und in China hergestellte Kocher, berichtete Michael Bergmann, ehrenamtlicher Bildungsreferent des Oikocredit Förderkreises Hessen-Pfalz. Und was der mit Holzpellets betriebene Kocher kann, zeigte am Ende einer Feierstunde zum 40-jährigen Bestehen des Förderkreises Geschäftsführerin Silvia Winkler: Es gab afrikanische „Kreppel“ für die rund 50 Gäste im Mainzer Zentrum gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, das auch als „Gossner Haus“ bekannt ist. 

Mimimoto Kocher

Mimimoto soll zu einer Revolution in afrikanischen Küchen führen, deshalb wird das Projekt von Oikocredit mit Investitionen unterstützt. Bislang kochen noch viele Menschen im globalen Süden an offenen Feuerstellen mit Holz oder Holzkohle. Dafür würden Urwälder abgeholzt, so Bergmann. Der kleine rote Kocher dagegen wird mit nachhaltig produzierten Pellets befeuert. Doch nicht nur die Umwelt profitiere von Mimimoto: Das Gerät sei für die Menschen 30 bis 40 Prozent kostengünstiger als die traditionelle Essenszubereitung mit Holzkohle. In Ruanda sind bereits 7500 solcher Kocher im Einsatz und es sollen noch viele mehr werden. „Gemeinsam haben wir von Oikocredit dazu beigetragen“, freut sich Bergmann.

Dass Oikocredit keine Randerscheinung der Evangelischen Kirche ist, machte Pfarrer Dr. Ralf Stroh, Referat Wirtschafts- und Finanzpolitik im ZGV, deutlich. „Gesellschaftliche Verantwortung ist kirchliche Kernkompetenz“, betonte er. Und die Entwicklungsgenossenschaft sei ein Weg diese Kompetenz wirken zu lassen. Ein wichtiges Merkmal der unterstützten Projekte sei zudem, dass Menschen nicht bevormundet, sondern ermutigt werden, eigene Wege zu gehen.

Am 5. Dezember 1979 wurde der Förderkreis Hessen-Pfalz in Marburg gegründet, seine erste Postanschrift war aber das „Gossner Haus“ in Mainz. Einer der Mitbegründer ist Pfarrer Michael Arndt. Er berichtete Moderator Thomas Schneider von den nicht ganz einfachen Anfängen des Projekts, das von Zeitgenossen mitunter misstrauisch beäugt worden sei. „Für die Institution Kirche ist es ausgezeichnet“, sagte Arndt über Oikocredit. Denn die Entwicklungsgenossenschaft bringe die Kirche dazu, über den Umgang mit dem eigenen Vermögen nachzudenken. Dass er sich insgesamt ein noch stärkeres politisches Engagement wünscht, machte der Veteran aber auch deutlich. Es genüge nicht, nur Kredite zu vergeben, findet Arndt. Dem stimmt der Schatzmeister des Förderkreises, Christian Alberth, zu: „Wir müssen breiter aufgestellt sein“, forderte er. Dabei dürfe aber der Charakter der „Graswurzelbewegung“ nicht verloren gehen.

Schon heute beschränken sich die von Oikocredit unterstützten Projekte nicht nur auf Kreditvergaben, wie Silvia Winkler an einem Vorhaben aus Indien zeigte, das die wirtschaftliche Situation von Frauen verbessern soll. „Oft steht am Anfang die Beratung und erst dann kommt der Kredit“, sagte Winkler. Beratung auf dem Subkontinent kann aber durchaus etwas anders aussehen, als es in Deutschland üblich ist. Um in Indien möglichst viele Frauen zu erreichen, werden für Schulungen komödiantische Filme im Stil der Filmschmiede „Bollywood“ eingesetzt. Lachen und Lernen bilden hier eine Einheit.

Pfarrer Dr Ralf Stroh

 

 

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