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Klimagerechtigkeit – wie steht es um die konkrete Umsetzung

Klimagerechtigkeit – wie steht es um die konkrete Umsetzung

Podium FFW.png11. November 2020

Anleger fordern als aktive Investoren Nachhaltigkeit bei Unternehmen ein

Die Finanzwelt hat das Thema Klimarisiken auf ihrem Tisch. So scheint es zumindest, wenn am zweiten Tag der Fair Finance Week Susanne Bergius die vielen Initiativen aufzählt, die sich um Green Finance, Zero Carbon oder Sustainable Finance auf den Weg gemacht haben. Susanne Bergius ist Fachjournalistin für nachhaltige Finanzen. Sie sagt: „Die Dringlichkeit ist hoch.“ Studien hätten berechnet, dass die Weltwirtschaftsleistung langfristig um 10 % sinken werde, wenn das Verheizen fossiler Brennstoffe nicht zügig vermindert wird. Versicherungen hätten schon jetzt enorme Schäden, Banken Kreditausfälle und Investoren Wertverluste. Die Kosten für die Klimakrise könnten laut Studien in die Billionen gehen. Trotzdem würden die meisten Banken noch immer uninformierte Entscheidungen im Umgang mit Umweltrisiken treffen, fast ein Drittel beziehe diese Risiken noch immer nicht in ihre Risiko-Identifikations-Prozesse ein und bei vielen liege der Fokus mehr auf Reputationsrisiken im Umgang mit Umweltthemen. Mit dieser Ausrichtung steuere der Finanzmarkt derzeit auf eine Klimaerhitzung von 4 Grad zu.

Engagement, das aktive Einmischen von Investoren, fordert daher Susanne Bergius und leitet damit über zu Dr. Karin Bassler, die aufzeigt, wie Kirchliche Investoren dies konkret umsetzen. Bassler ist Geschäftsführerin des Arbeitskreises kirchlicher Investoren (AKI), der aus 46 großen kirchlichen Investoren und sieben ökumenischen Partner besteht. Aktuell ist dieser Kreis mit 24 großen Unternehmen im Gespräch, insbesondere solchen die in der Klima-Berichtserstattung zurückgelegen haben. Dieses Format haben die Kirchen von den Vorbildern in Großbritannien übernommen, die bereits seit 2014 bei großen Unternehmen Rückfragen zu ihrer Nachhaltigkeitsausrichtung gestellt haben. Die Kirchen geben damit das Signal an die Unternehmen, dass sie auch als Investoren auf soziale und ökologische Wirkung schauen, erklärt Bassler. Der nächste Schritt sei nun, das sogenannte Colaborate Engagement, bei dem sich viele Investoren gemeinsam einmischen und mehr Fokus auf Nachhaltigkeit und Klima bei den Unternehmen einfordern.

Als wichtigen Schritt auf dem Weg der Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft, fordern engagierte Investoren von Unternehmen ganzheitliche Klimastrategie-Pläne. Die Evangelische Bank hat einen solchen Plan kürzlich verabschiedet, den Berenike Wiener, Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement vorstellt. Anhand dieses Beispiels zeigt die Veranstaltung auf, wie Unternehmen sich selbst herausfordernde Ziele setzen, um ihre Tätigkeit auf Klimagerechtigkeit auszurichten.

Auch Blackrock, der größte Assetmanager weltweit, hat vor einem halben Jahr eine Green Finance Strategie veröffentlicht. Doch hier ist sich die Runde einig, dass man hier sehr kritisch hinschauen müsste, da NGOs immer wieder ein gegenteiliges Investitionsverhalten nachweisen würden. „Man kann sich nur wundern“, so Bergius, „dass die EU Blackrock als Berater für die neue Nachhaltigkeitsstrategie berufen hat.

Wie das Thema Nachhaltigkeit in weiteren Bereichen an Bedeutung gewinnt, stellt die Fair Finance Week an den folgenden Tagen vor. Das Programm und den Link zum jeweiligen Abend finden Sie immer aktuell unter www.fair-finance-frankfurt.de

Die Veranstaltung wurde aus der Ev. Akademie per Live-Stream übertragen und aufgezeichnet: Der Link zu YouTube ist: https://youtu.be/VGQe3lUslMQ .

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