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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Wer die Folgen von Covid-19 jetzt verringert, macht einen großen Unterschied für die Zukunft

Wer die Folgen von Covid-19 jetzt verringert, macht einen großen Unterschied für die Zukunft

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Andrea Domínguez ist bei Oikocredit weltweit für Capacity Building verantwortlich.

20. Juli 2020

Die vielfältige und zielgerichtete Unterstützung ihrer Partnerorganisationen in Zeiten der Pandemie ist für Oikocredit zentral. Mit dem Coronavirus-Solidaritätsfonds wird für besonders gefährdete Partner und deren Kund*innen zusätzliche finanzielle Unterstützung bereitgestellt. Das Interesse der Oikocredit-Anleger*innen daran ist groß. Mitarbeiterin Andrea Dominguez berichtet über die Hintergründe.

Andrea Domínguez koordiniert das gesamte Oikocredit Beratungs- und Schulungsangebot im Globalen Süden. Aktuell fallen darunter auch die besonderen Aktivitäten, die die negativen Folgen des Coronavirus für unsere Partner abmildern sollen, wie z.B. unser Solidaritätsfonds. Wir stellten Ihr einige Fragen.

Wie ist der Coronavirus-Solidaritätsfonds entstanden?

Viele unserer Endkund*innen haben Klein- bzw. Kleinstunternehmen im informellen Sektor. Diese dürfen sie aber z.T. unter Beachtung von Hygienevorschriften weiterführen. Die Kosten für die notwendigen Hygienematerialien und Schutzausrüstungen belasten jedoch ihre ohnehin schwindenden Ressourcen zusätzlich. Darin sahen wir eine Chance, besonders gefährdeten Partnern und ihren Kund*innen zu helfen und einen Beitrag zu leisten.

Wie sieht der Fonds aus und was tut er?

Der Coronavirus-Solidaritätsfonds wurde im April 2020 mit einem Anfangsbeitrag von 25.000 Euro von der Oikocredit International Support Foundation eingerichtet. Es handelt sich dabei nicht um einen eigenständigen Fonds oder eine eigenständige Stiftung, sondern um Gelder, die in der bestehenden Oikocredit-Stiftung, der Oikocredit International Support Foundation, angelegt wurden.

Ursprünglich bestand das Ziel des Fonds darin, die Kund*innen unserer Mikrofinanzpartner bei der Anschaffung von Schutzausrüstung und Sanitärmaterial zu unterstützen. Nach Rückmeldungen von Partnern wurden die Ziele auf unsere Landwirtschaftspartner und andere dringende Bedürfnisse ausgeweitet.

Die Mittel sind begrenzt. Wie wählen Sie aus, wer die benötigte Unterstützung erhält?

Die anfänglichen 25.000 Euro waren ein geringer Betrag und mussten daher auf die Bedürftigsten ausgerichtet werden. Indem wir das Wissen unserer Mitarbeiter*innen vor Ort nutzten, konnten wir die Mittel gezielt an die Partner vergeben, die sie am dringendsten benötigten.

Die jeweilige Partnerorganisation muss folgende Kriterien erfüllen, um für eine Finanzierung in Frage zu kommen:

  • in einem Gebiet mit schwerem Covid-19-Risiko arbeiten (z.B. in dicht besiedelten städtischen Gebieten)
  • Kund*innen mit Unternehmen unterstützen, die unter Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen weiter betrieben werden dürfen
  • in Kontakt mit ihren Kund*innen stehen und vorzugsweise auch aktiv an Maßnahmen zu ihrer Unterstützung während der Pandemie beteiligt sind
  • nicht bereits Unterstützung aus anderen Quellen erhalten

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Wie viele Partner haben Fördermittel erhalten und wie haben sie die erhaltenen Mittel verwendet?

Oikocredit unterstützte 15 Partner mit den anfänglich 25.000 Euro. Dabei handelte es sich um zwölf Partner im Bereich der finanziellen Inklusion, zwei Landwirtschaftspartner und einen Partner im Gesundheitswesen. Darüber hinaus sammelte die Oikocredit Stiftung Deutschland 25.000 Euro für den Solidaritätsfonds. Infolgedessen wurden zehn weitere Partner zur Unterstützung genehmigt, und wir planen fünf weitere zu genehmigen.

Welche Auswirkungen hatte dies auf die Endkund*innen von Oikocredit?

Wir haben Berichte darüber erhalten, wie die Mittel verwendet wurden. Hier sind einige Beispiele:

  • Hygienepakete für Kund*innen, die wichtige Haushaltsgegenstände verkaufen oder verteilen
  • Sensibilisierung von Kund*innen über verschiedene Kanäle
  • Verteilung von Grundversorgungsgütern an Kund*innen, die Ausgangsverbote einhalten müssen und ihre Häuser nicht verlassen können
  • Desinfektionssets für Kund*innen und Mitarbeiter*innen von Partnern
  • Desinfektionsmittel-Sprühgeräte für Häuser von Kund*innen und dörfliche Büroräume

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Ist es für Personen bzw. Organisationen möglich an den Fonds zu spenden?

Ja, am einfachsten ist es, wenn Sie an die Oikocredit Stiftung Deutschland spenden und im Verwendungszweck „Corona-Hilfe“ angeben. Dann leiten wir das Geld an den Oikocredit-Solidaritätsfonds weiter. Für Ihre Spende erhalten Sie eine Zuwendungsbestätigung, die sie steuerlich geltend machen können.

Haben Sie einige abschließende Gedanken für unsere Partner und Anleger*innen?

Ich danke unseren Direktmitgliedern und Investor*innen für ihren wie auch immer gearteten Beitrag. Die Krise hat uns alle getroffen, aber natürlich werden die Schwächsten diejenigen sein, die am stärksten betroffen sind, vor allem mittel- und langfristig. Es geht nicht nur um die Pandemie, sondern auch um die Wirtschaftskrise, die folgen wird.

Ich lebe und arbeite jetzt in den Niederlanden, aber mein Herz ist in Lateinamerika, da die meisten meiner Familienmitglieder und Freund*innen dort sind. Die Pandemie betrifft uns alle, aber die Volkswirtschaften in Europa sind besser auf die Wirtschaftskrise vorbereitet, die Covid-19 verursacht. In den benachteiligten Teilen der Welt werden die Auswirkungen der Pandemie noch viel länger zu spüren sein. Wenn es uns also gelingt, die Auswirkungen schon heute ein wenig zu mindern, können wir einen großen Unterschied für die Zukunft der Menschen machen.

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