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Nicht ein Stück des Kuchens, sondern die ganze Konditorei

Nicht ein Stück des Kuchens, sondern die ganze Konditorei

Begruessung Koss15. November 2019

Extinction Rebellion unterstützt Fair Finance Week Frankfurt

Es ist Donnerstagabend, eine Gruppe Aktivisten von Extinction Rebellion formiert sich vor der Frankfurt School for Finance und Management. Dort findet heute der vierte Abend der Fair Finance Week statt. Thema: „Energiewende, Steuerwende, Verkehrswende… Welche Rolle spielt Geld bei der Wende zu mehr Nachhaltigkeit“. Pünktlich zum Beginn kommen sie mit fantasievollen Gewändern und Parolen in den zur bis auf den letzten Stuhl besetzten großen Hörsaal und rufen zum Schutz der Artenvielfalt auf. Es ist eine unterstützende Protestaktion, wie sich nach einigen Minuten herausstellt, der Sprecher der Gruppe erklärt, dass Sie es begrüßen, dass die Themen der Nachhaltigkeit von der Fair Finance Week aufgegriffen werden und dass sie mit ihrer Aktion ihre Unterstützung zeigen wollen.

Nach diesem unerwarteten Auftakt eröffnet die Vizepräsidentin der Frankfurt School, Angelika den Abend, der von der Moderatorin Heike Leitschuh begleitet wird. Auf dem Podium begrüßt sie bekannte Experten: Dr. Katharina Reuter von UnternehmensGrün e.V., Prof. Dr. Felix Ekardt, Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik und Prof. Dr. Harald Welzer, Futurzwei. „Money makes the world go round“, so ihr Einstieg, ist eine alte Weisheit, „doch was bedeutet das für die Nachhaltigkeitswende?“

Von den Mitgliedern des Vereins UnternehmensGrün kann Reuter von vielen positiven Entwicklungen berichten, die zeigen, dass Wirtschaften und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen. Allerdings wären noch viele gesetzliche Rahmenbedingungen zu verändern, um diese Wirtschaftsbereiche zu fördern: „So müsste künftig eine Pestizid-Banane immer teurer sein, als eine Bio-Banane“.

Für Welzer scheinen sich die der klassische Kapitalismus und die Nachhaltigkeitsbewegung zu Parallelgesellschaften zu entwickeln. Entscheidend wäre andere Formen des Kapitalismus zu denken, ohne Wachstum.

Konkret erklärte Ekardt, dass wir bei den Nachhaltigkeitsthemen globale Ansätze brauchen. So würde immer diskutiert, ob wir mit einem Klimageld die Erträge aus der CO2-Bepreisung wieder an die Bürger zurückzahlen. Nötig sei aber, dass wir mit den Einnahmen der Bepreisung eine Subventionierung von Wandel im Globalen Süden aufbauen.

In einer regen Diskussion mit dem Publikum bringt Welzer die Dringlichkeit auf den Punkt: „Der Klimawandel hat eine andere Dimension als die Mütter-Rente. Er ist ein Game-Changer“. Und auf die Eingangsfrage des Abends bezogen, appelliert Reuter: „Geld ist DAS Gestaltungsmittel! Wir können es von der Dunklen Seite der Macht abziehen und in Nachhaltigkeit investieren.“

Dabei ginge es nicht um ein Stück des Kuchens, der nachhaltig werden soll, sondern um die ganze Konditorei.

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