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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

Förderkreis Hessen-Pfalz
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Alles zusammen denken: West-Ost und Nord-Süd

Alles zusammen denken: West-Ost und Nord-Süd

Silvia-Winkler27. September 2019

Die Entwicklungsorganisation Oikocredit feiert im Goethe-Haus in Frankfurt das 40-jährige Jubiläum ihres hessischen Förderkreises. Den Rahmen dafür bietet die Sonderausstellung West-Östlicher Divan.

„Goethe konnte sich in sieben Sprachen“ verständigen und „versuchte stets alles zusammen zu denken: West und Ost genauso wie Nord und Süd“. Damit passe seine Sicht auf die Welt sehr gut zur Entwicklungsorganisation Oikocredit, befand die Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts/Goethe-Haus bei ihrer Festrede zum 40jährigen Jubiläum von Oikocredit Hessen-Pfalz.

Von dieser globalen Sicht und den ganzheitlichen Ansätzen konnte auch das Gründungsmitglied, Klaus Endter, berichten. „Es war die Zeit der Apartheid und der großen Rüstungsgeschäfte Ende der 70er-Jahre, und die Kirchen verdienten mit ihren Geldrücklagen daran mit“. So überzeugte ihn von Anfang an der Gedanke, eine eigene kirchliche Genossenschaft zu gründen, um damit eine Alternative zur Kreditvergabe durch die Großbanken zu bieten. Doch statt des erwarteten Beifalls aus den Kirchen, hätte es zunächst eine große Zurückhaltung bei Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen gegeben.

Heute gehört die Evangelische Landeskirche Hessen-Nassau zu den großen Vorreitern bei ethischen Geldanlagen. „Wir waren Schmuddelkinder in den Augen vieler Kirchen, das sind wir heute nicht mehr“, so fasste er den Erfolg der Arbeit über die letzten 40 Jahre zusammen.

Welche Projekte Oikocredit aktuell finanziert, wie fair finanzierte Jubiläumskekse schmecken und welche Kriterien bei der sozial wirksamen Geldanlage eine Rolle spielen, dazu konnten sich die Gäste anhand von zehn interaktiven Ausstellungselementen informieren.

Anschließend stellte Diana Tewolde, Referentin im Förderkreis, eine Kaffeekooperative in Peru vor, die sie im vergangenen Jahr besucht hatte. „Die Deutschen trinken am liebsten Kaffee – sogar noch vor Bier und Wasser“, sagte die 26jährige, „doch nur über den Fairen Handel erhalten die Kleinbauern einen Preis für ihren Kaffee, der ihre Kosten deckt“.

Ein Schulungsfilm aus Indien zeigte wie Mikrofinanzorganisationen Frauen unterstützen ein Kleinunternehmen zu gründen und anhand eines Holzpellet-Kocher wurde deutlich, wie es möglich ist, beim Kochen giftigen Rauch zu vermeiden und 90% Holz ein zu sparen.

Symbolisch legten schließlich die Anwesenden Geld in die Waagschale einer großen Waage, um damit die Entwicklungsziele, denen sich Oikocredit besonders verpflichtet fühlt, sichtbar in die Höhe zu heben.

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