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Frankfurter können sich Frankfurt nicht mehr leisten

Frankfurter können sich Frankfurt nicht mehr leisten

2018-11-08 FFWF Wohnen08. November 2018

Wohnen ist aktuell das große Thema in den Städten. Es fehlt an erschwinglichem Wohnraum, Mieten steigen rasant und für soziale Wohnprojekte findet sich kein Platz. Gerade in Frankfurt hat das Thema derzeit hohe Aufmerksamkeit mit Demonstrationen für eine Mitpreisbremse oder den Fragen nach den Brexit-Auswirkungen für den lokalen Wohnungsmarkt. Die Gefahr ist, dass Frankfurter sich Frankfurt nicht mehr leisten können, so Josef Schnitzbauer, Regionalleiter der GLS-Bank Frankfurt zur Eröffnung des vierten Tages der Fair Finance Week 2018.

Über Immobilienspekulation, Wohnungsnot, Gentrifizierung  und Wohnprojekte diskutierten: Prof. Dr. Dirk Löhr von der Hochschule Trier, Kolja Müller aus dem Planungsdezernat der Stadt Frankfurt, Birgit Kasper vom Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen und rolf Novy-Huy ovn der Stiftung Trias.

„Der Boden ist der Grund“ ist Prof. Löhr überzeugt. Er erläutert, dass hohe Immobilienpreise und damit hohe Mieten nicht an den Baukosten liegen, sondern allein an den hohen Grundstückspreisen in den Städten. Diesen Wert des Bodens hätten die Eigentümer aber nicht selbst geschaffen. Der Wertzuwachs eines Grundstücks resultiere vielmehr aus öffentlichen Mitteln, wie in die Infrastruktur, in soziale oder kulturelle Angebote. Damit schafft die Gemeinschaft der Steuerzahler einen Wert, der allein den Grundbesitzern zufließt. Prof. Löhr plädiert daher dafür, dass Grundbesitz nicht in Privateigentum gehöre.

Rolf Novy-Huy unterstützt diese These und lobt Städte wie Basel oder München, die kein Land mehr verkaufen, sondern nur noch in Erbpacht vergeben. Die von ihm geleitete Trias Stiftung verwaltet Land und Immobilien und vergibt diese zu günstigen Nutzungsentgelten. Dazu sammelt sie Zustiftungen in Form von Ländereien, Gebäuden und auch Geldbeträgen für den Kauf von Grundstücken.

Kolja Müller aus dem Planungsdezernat trägt zur Diskussion bei, dass auch die Stadt Frankfurt mittlerweile beschlossen habe, kein Land zu verkaufen. Sie besitzt zwar noch 42 % der Städtischen Fläche, der größte Teil davon sind allerdings der Stadtwald und Verkehrswege.

Ein wichtiges Steuerungselement für die Stadt ist das sogenannte Konzeptverfahren. Dabei werden Grundstücke zu einem festgesetzten Preis verkauft und den Zuschlag erhält der Investor, der die meisten der ausgeschriebenen Kriterien erfüllt.

Durch diese Verfahren hat auch ein Wohnprojekt im Bahnhofsgebiet gerade ein Haus erwerben können, wie Birgit Kasper von Netzwerk gemeinschaftliches Wohnen berichten kann. Aus ihrer Sicht könnten solche Verfahren jedoch viel häufiger angewandt werden. Gerade die Kirchen rief sie auf, soziale Wohnprojekte zu bevorzugen. Stattdessen hörten sie oft von den Kirchen, dass sie zum Höchstpreis verkaufen müssten, um ihre sozialen Projekte zu finanzieren.

Dann erhalten Immobilienspekulanten den Zuschlag und auf der anderen Seite werden Obdachlosenprojekte gefördert.

 

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